Kinderkunstwerkstatt

Die Kinderkunstwerkstatt in der Grundschule an der Melanchthonstraße gab es als außerschulisches Angebot seit November 2010 bis Ende 2014. Die Kinderkunstwerkstatt hat in zwei Gruppen an 6 Terminen ca. 5 mal jährlich stattgefunden.

Der Bremer Fonds e.V. hat die Kinderkunstwerkstatt 2013 und 2014 gefördert.

Ein Projektbericht von der leitenden Kunstpädagogin Meike Hauschildt: In der Kinderkunstwerkstatt steht freies künstlerisches Gestalten an erster Stelle. Dafür stehen viele verschiedene Materialien und Möglichkeiten zur Verfügung. Ziel ist es, den Kindern einen Raum zu geben, in dem sie zu einem konzentrierten und selbst bestimmten Arbeiten kommen,  Freude am freien Gestalten entdecken bzw. ausleben, Stolz und Stärkung erfahren. Für einige Kinder bedeutet das, ihre Kreativität überhaupt zu entdecken und auch zu lernen, sich anzustrengen. Jedes Kind erfährt Respekt, denn es ist auf seine Weise einzigartig. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, die sich hier angstfrei ausdrücken können. Das ist auch ein Lernprozess für die Gruppe. Die Stunden beginnen und schließen mit einer Anfangs-und Endrunde, in der die Kinder sich darüber austauschen, woran sie arbeiten. Zwei bis dreimal jährlich wechseln Ausstellungen der Werke im Eingangsfoyer.

Die Kinderkunstwerkstatt hat sich an der Schule etabliert und ist sehr beliebt bei den Kindern. Oft kommen auch "Besucherkinder", die nicht fest angemeldet sind, sondern spontan entscheiden. Manche lernen dadurch unsere Arbeit kennen. Weiteres Ziel ist es, den Kindern einen Zugang zu anderen Künstlern oder kulturellen Einrichtungen im Stadtteil Walle zu schaffen. So haben wir z. B. den Künstler Rodi Khalil kennengelernt.

Im vergangenen Jahr haben wir uns u. a. mit dem Künstler Friedensreich Hundertwasser beschäftigt, haben große "Segelobjekte", Holzbrücken, Holzpuppen gebaut, Mosaike gestaltet.

Foto: Meike Hauschildt

 

 

 

Boxring OTE-Zentrum

Projektträger
Projektträger ist der TSV Osterholz-Tenever.

Osterholz-Tenever hat einen hohen Bedarf an Integrationsprozessen. Mit seinem neuen Boxsportangebot im OTE-Zentrum bietet der TSV Osterholz - Tenever Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

Das Training dient der körperlichen Bewegung aber auch der Vermittlung von Werten wie Toleranz, Respekt, Achtung, Gruppenbewusstsein und Disziplin. Die Jugendlichen sollen durch den Boxsport den Umgang mit der eigenen und fremden Aggression sowie das Verarbeiten von Sieg und Niederlage erlernen. So will der TSV in Zusammenarbeit mit dem Boxtrainer und den Streetworkern aus Tenever den Boxsport als Weg der Gewaltprävention nutzen. Die Jüngsten, die im Boxraum trainieren, sind fünf Jahre alt. Das Trainingsangebot ist auf die verschiedenen Altersgruppen abgestimmt. Auch soll ein Trainingsprogramm speziell für Frauen eingerichtet werden.

Mittelverwendung
Der Boxraum im OTE-Zentrum wurde im März 2012 fertig gestellt und eingerichtet. Der Bremer Fonds hat das Projekt mit der Teilfinanzierung des Boxrings in der Höhe von 2.200,00 € unterstützt. Für den Boxring werden keine weiteren Fördermittel benötigt. Der Bremer Fonds dankt den Unterstützern dieses Projektes!

Die Eröffnung des neuen Boxraumes im OTE-Zentrum war am Mittwoch, 09. Mai 2012, in der Otto-Brenner-Allee 44.

Bremen schwimmt

Aktuelle Studien in Bremen zeigen, dass Kinder aus Familien in sozialen Risikolagen das Schwimmen erst spät oder zum Teil gar nicht erlernen. Obwohl es in Bremen für Kinder zahlreiche Möglichkeiten gibt, Schwimmen zu lernen, ist die Nichtschwimmerquote bei Kindern und Jugendlichen aus strukturschwachen Stadtteilen alarmierend hoch. Die betroffenen Kinder sind von einem bedeutenden Teil der Freizeitgestaltung ausgeschlossen. Zudem ist ihre Sicherheit und Gesundheit gefährdet: Immer wieder ertrinken Kinder beim Spielen an Seen oder Flüssen, weil sie nicht schwimmen können.

Ob ein Kind schwimmen lernt, hängt stark vom sozialen und kulturellen Hintergrund ab. Genau hier setzt der Bremer Fonds mit dem neuen Schwimmprojekt „Bremen schwimmt“ an. Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen und Kinder auf spielerische Weise mit dem Element Wasser vertraut zu machen. So ist dann im Pflichtunterricht in der dritten Klasse ein besserer Einstieg in die Schwimmausbildung möglich.

„Bremen schwimmt“ bietet Kindern aus dem 2. Schuljahr monatliche „Wassertobetage“ an. Kein Kind braucht hier Angst zu haben, die Übungsleiter sind geschult, gehen mit ins Wasser und können somit ganz gezielt und individuell auf die unterschiedlichen Kenntnisse der Kinder eingehen. Die Kinder gewöhnen sich auf diese Weise ganz spielerisch an das Element Wasser, noch bevor der eigentliche Schwimmunterricht beginnt. Hier stehen allein der Spaß und die zwanglose Wassergewöhnung im Vordergrund.

Die Pilotphase ist im September mit fünf Huchtinger Grundschulen gestartet und wird während des gesamten Schuljahres 2009/10 in Zusammenarbeit mit dem TUS Huchting durchgeführt.

Kalender

Beim Malwettbewerb für den Kalender 2011 lautete das Thema "Bleibt fit- Bremer Kinder sind aktiv". Mit dem Thema soll darauf hingewiesen werden, dass Bewegung sehr wichtig für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist und zu den besten Schutzfaktoren für ihre Gesundheit zählt. Die Schülerinnen und Schüler der Bremer Grundschulen St.-Antonius, St.-Johannis, St.-Joseph und St.-Pius und haben das Thema sehr ideenreich umgesetzt und wunderschöne Bilder rund um das Thema Bewegung und Sport gemalt.

Damit haben die Mädchen und Jungen für einen guten Zweck gemalt, denn der Erlös aus dem Kalenderverkauf kommt in vollem Umfang den Projekten des Bremer Fonds zugute. Der Kalender kann dieses Mal als Tischkalender erworben werden. Die 13 Siegerbilder sind Postkarten (17 x 12 cm), die heraus getrennt und verschickt werden können.

Reduzierter Kalenderverkaufspreis: 5,00 Euro. Der Kalender kann direkt beim Bremer Fonds bestellt werden: infomail@bremer-fondsweb.de (Es entstehen keine weiteren Kosten bei der Zusendung.)

Bereits zum dritten Mal waren Schülerinnen und Schüler dem Aufruf des Bremer Fonds gefolgt. Im ersten Jahr zeigten die Ergebnisse das facettenreiche Stadtbild Bremens durch die Augen der Kinder. Im vergangenen Jahr malten die Kinder, passend zum eigeninitiierten Projekt des Bremer Fonds „Bremen schwimmt“, ihre „Erlebnisse im und am Wasser“. Wie auch in den Jahren zuvor werden die Kalenderbilder wieder in Ausstellungen gezeigt. Informationen hierzu werden separat bekannt gegeben.

Selbstgemacht

Wo wächst eigentlich Apfelsaft? Der gesunde Durstlöscher wird nicht einfach vom Baum geschüttelt oder steht gleich im Verkaufsregal. In dem Projekt „Selbstgemacht“ stellen Gröpelinger Kinder ihren Apfelsaft selbst her und lernen so Schritt für Schritt, wie Apfelsaft entsteht.

Ende September ging es zur Apfelernte in den Kleingartenverein der „Gartenfreunde am Mittelwischweg“. Vor der Ernte wurde aber noch unter fachkundiger Aufsicht ein Apfelbaum gepflanzt, der schon in den nächsten Jahren die ersten Früchte tragen soll. In den Herbstferien konnten die Kinder in der Mosterei Sandhausen mit erleben, wie ihre Äpfel zu Bio-Apfelsaft wurden und einen Becher von dem frisch gemosteten Saft probieren. Auf dem Biobauernhof zeichneten die Kinder zudem Entwürfe für die Etiketten. Die zahlreichen Motive und Eindrücke, die der Hof bot, wurden von den Kindern aufgenommen und in ihren Bildern verarbeitet. Mittels verschiedener Druckverfahren sind im Atelierhaus Roter Hahn künstlerische Etiketten für die Apfelsaftflaschen entstanden.

In dem Jahresprojekt von Kultur vor Ort e.V. gehen Kinder aber noch auf weitere Entdeckungsreisen und machen viele Dinge selbst. So werden im Atelierhaus Maschinen konstruiert und gebaut oder in der „Papierfabrik“ Papier hergestellt. Die vielen verschiedenen Produkte möchten die Kinder am Ende verkaufen, angefangen mit dem Bio-Apfelsaft im Atelierhaus Roter Hahn.

Mentorenprojekt Kompass

Kinder und Jugendliche, denen in ihren eigenen Familien wenige oder keine Anreize zum Lernen und zur Berufsfindung geboten werden, sollen vom Erfahrungsschatz eines Mentors profitieren. Das Projekt "Kompass" wurde vom Elternverein zur Bildungsförderung e.V. initiiert. Mentoren sind junge Erwachsene, die erfolgreich im Berufsleben stehen, aber durch ihren Migrationshintergrund zuvor die gleichen kulturellen wie sozialen Hürden nehmen mussten. Sie übernehmen somit eine „Leuchtturmfunktion“, indem sie greifbar demonstrieren, dass eine Person mit schwierigen Lebenshintergründen durchaus erfolgreich in Schule und Beruf sein kann.

Die Hauptaufgabe der Mentoren besteht darin, die Eltern für das Schulsystem zu sensibilisieren und die außerordentliche Wichtigkeit der Schulbildung vor Augen zu führen. Die Mädchen und Jungen sollen bestärkt werden, höhere Schulabschlüsse anzustreben, um so bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten. Der Mentor hilft, die Kommunikation zwischen Elternverein, Eltern und Schulen zu unterstützen und den Kontakt kontinuierlich aufrecht zu erhalten, indem er bspw. an Elternabenden teilnimmt und bei Familien mit Migrationshintergrund als Dolmetscher eintritt.

Gestartet mit der Hausaufgabenförderung, hat der Elternverein im Jahr 2008 sein Angebot um das Mentorprojekt „Kompass“ erweitert und verzeichnet sehr gute Erfolge. So haben sich teilnehmende Schülerinnen und Schüler in einigen Fächern um mindestens eine Note steigern können, sie konnten sich im Fach Deutsch verbessern und/oder haben die Empfehlung auf eine höhere Schule erhalten. Diese Erfolge sprechen für sich und sind Anlass für den Bremer Fonds, das Projekt „Kompass“ in 2011 ein weiteres Mal zu fördern.

Kompetenzagentur Bremen-West

Den eigenen Berufsweg zu finden stellt für viele Jugendliche eine große Herausforderung dar. Wenn dann noch der Schulabschluss fehlt oder die Ausbildung abgebrochen wurde, es familiäre Probleme oder andere soziale Schwierigkeiten gibt, kann der Übergang von der Schule in den Beruf für Jugendliche zu einem kaum lösbaren Problem werden.
Hier setzt die Kompetenzagentur Bremen West an. Sie steht den Jugendlichen zur Seite und unterstützt sie darin, den Weg in die Berufswelt zu finden und ein eigenständiges Leben zu führen. Individuelle Beratungs- und Qualifizierungsangebote erleichtern die soziale Integration und erhöhen die Chancen auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Die Zielgruppe der Kompetenzagenturen sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 17 bis 25 Jahren mit einem besonderen Unterstützungsbedarf auf Grund sozialer Benachteiligungen oder individueller Beeinträchtigungen.

Seit dem Projektbeginn im Jahr 2007 konnten bisher 768 junge Menschen beraten werden. Über 60% dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben einen Migrationshintergrund. Das Angebot der Kurzberatung nutzten 365 Kund/innen. 403 Kund/innen wurden längerfristig begleitet und bei ihrer sozialen sowie beruflichen Integration unterstützt. Vermittlungen erfolgten in Schulen (13%), berufsorientierende und –vorbereitende Maßnahmen (7%), Ausbildung (14%), Arbeit (15%) und Praktikum (10%). Für 119 dieser jungen Menschen war es zudem möglich, soziale Stabilisierung in den Bereichen Familie, Gesundheit, Finanzen, Wohnung oder Aufenthalt zu erreichen.

Das Programm Kompetenzagenturen ist Teil der Initiative "JUGEND STÄRKEN" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Der Bremer Fonds fördert das Projekt in der Förderperiode 2010/2011.

Hausaufgabenhilfe

Kochen, Zeichnen, Selbstverteidigung – dies sind nur einige der vielen Aktivitäten und Angebote, die das Mädchenkulturhaus des Bundes Deutscher Pfadfinderinnen bietet. Das BDP – Mädchenkulturhaus in Bremen Mitte, wird von vielen Mädchen und jungen Frauen als Treffpunkt genutzt. Seit Anfang dieses Jahres fördert der Bremer Fonds eine weitere Maßnahme der Einrichtung. Die "Hausaufgabenhilfe für Mädchen mit Migrationshintergrund" ist ein kostenloses Angebot zur Hausaufgabenbetreuung und richtet sich an Mädchen von der ersten bis zur 13. Klasse.

Ziele des Projekts sind eigenständiges und konzentriertes Lernen, die Aufgabenbearbeitung unter konsequenter Anwendung der deutschen Sprache sowie Stärkung des Selbstvertrauens und Wohlbefindens durch verbesserte Schulleistungen. Den Schülerinnen werden Räume und Materialien zur Verfügung gestellt, der Internetzugang für Recherchen, Textverarbeitung oder die Gestaltung von Präsentationen und Referaten ist gegeben. Da die Mädchen zu Hause oftmals nicht die notwendige Unterstützung der Eltern bekommen können, ist dieses Angebot des Mädchenkulturhauses sehr wichtig und wird auch stark nachgefragt.

Die Hausaufgabenhilfe erfolgt unter qualifizierter Anleitung, bei Bedarf unterstützen die Pädagoginnen der Einrichtung. Positives Feedback der Eltern, Lehrer oder der Mädchen selbst bestätigen die Arbeit und ihre Notwendigkeit. So hat die eine oder andere Schülerin aufgrund der Hausaufgabenhilfe bereits ihre Leistung stabilisieren können oder "den Sprung" auf eine höhere Schule geschafft.

HIPPY für Dreijährige

HIPPY, das steht für Home Instruction for Parents of Preschool Youngsters. Es ist ein Familienbildungsprogramm mit dem Ziel der frühzeitigen Förderung von vier- bis fünfjährigen Kindern aus sozial- und bildungsbenachteiligten Familien, insbesondere Familien mit Migrationshintergrund. Das Programm wird nun für Dreijährige ausgeweitet, die Modellphase für Deutschland startet mit Unterstützung des Bremer Fonds im Sommer 2010 in Bremen.

Die teilnehmenden Familien werden von Hausbesucherinnen aus dem gleichen Kulturkreis betreut. Mit abgestimmtem Arbeitsmaterial leiten sie die Mütter zur selbstständigen Arbeit mit ihren Kindern an. In spielerischen Mal-, Schneide- und Klebeaktivitäten üben sie Feinmotorik, Auge-Hand-Koordination und visuelle Unterscheidungsfähigkeit. Das regelmäßige Vorlesen und das Sprechen über die Geschichten trainiert Textverständnis, logisches Denken und Sprachfertigkeit.
Die Mütter gewinnen durch eine professionelle Unterstützung größere Selbstsicherheit und Vertrauen in ihre Fähigkeiten ihr Kind anzuleiten. Erfahrungswerte aus dem Programm für Vier- bis Fünfjährige zeigen, dass die Einschulungstests bei den teilnehmenden Kindern besser ausfallen und ihnen der Schulalltag erleichtert wird. Mit dem Programm für Dreijährige wird nun noch früher angesetzt, so dass bereits Kinder im Kindergartenalter von der Unterstützung profitieren können.

Maritime Arbeitswelt Vegesack

In der „Maritimen Arbeitswelt Vegesack“ stellen Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Schule Kerschensteinerstraße unter Anleitung eines erfahrenen Bootsbaumeisters ein Kanu her. Kooperationspartner ist die Bremer Bootsbau Vegesack gGmbH (BBV), die schon das Projekt „move4cash“ begleitete.

Die Jugendlichen sollen durch dieses Projekt die betriebliche Wirklichkeit erproben, ihre berufliche Qualifikation verbessern bzw. sich beruflich orientieren. Die theoretischen und praktischen Erfahrungswerte können ihre Vermittlungschancen in Ausbildung und Beruf verbessern.

Die Arbeiten starten im Oktober 2010 in den Werkstätten des „Schaufenster Bootsbau“ in Bremen Vegesack. Die Projektdauer beträgt 15 Wochen, in denen sich die 10 Schüler und Schülerinnen einmal wöchentlich treffen. In dieser Zeit werden zunächst grundlegende Fertigkeiten mit dem Werkstoff Holz vermittelt und anschließend das Kanu in Sperrholzbauweise eigenhändig von den Jugendlichen gebaut. Das Boot geht hiernach in den Besitz der Schule über und kann dort von allen Schülern für Ausflüge genutzt werden.

Neben dem Bau finden Aktivitäten wie z.B. Betriebserkundungen der Lürssen-Werft, Besuche von Museen und Ausflüge auf der Weser statt.

Balu und Du

„Balu und Du” ist ein ehrenamtliches Projekt der Freiwilligen-Agentur Bremen. Es bietet Grundschulkindern, die aus den verschiedensten Gründen ein bisschen mehr Zuwendung brauchen, Unterstützung an.

Freiwillige Mentoren zwischen 18 und 30 Jahren („Balus“) kümmern sich ein Jahr lang um die sechs bis zehn Jahre alten Kinder („Moglis”). „Balu und Mogli“ bilden ein Tandem und treffen sich ein Mal wöchentlich. In ihrer gemeinsamen Zeit unternehmen sie Ausflüge, lesen, erleben neue Dinge und sind für einander da. So werden den Kindern Anregungen außerhalb des Schulalltags geboten und bisher unentdeckte Begabungen geweckt. Der kleine „Mogli“ genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit seines „Balus“ und freut sich riesig auf die nächsten Treffen.

Hausaufgabenhilfe steht nicht im Mittelpunkt, vielmehr sollen Interessen und Lernfreude geweckt werden, so die Projektverantwortlichen. Wissenschaftlich anerkannt ist, dass informelles Lernen eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen in der Schule und für die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit ist.

Auch die „Balus“ profitieren während ihres Tandemjahres von ihrem Engagement. Sie übernehmen Verantwortung und eine Vorbildfunktion gegenüber ihrem „Mogli“ und lernen, Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Die Mentoren werden vorab sowie während des gesamten Jahres von der Freiwilligen-Agentur geschult, begleitet und unterstützt.

Der Bremer Fonds fördert das Projekt in 2010 und freut sich, dass nun weitere „Balus und Moglis“ miteinander und voneinander lernen können.

Boxzeile Huchting

Das Projekt „Huchtinger Sportstätte mit pädagogischer Betreuung“ ist eine vorbildliche Initiative für die Verbindung von Sport und Integration im Stadtteil Huchting. Es ist ein gemeinschaftlich getragenes Projekt der Integrationsabteilung des Landessportbund Bremen, des Sportvereins TuS Huchting, des Kinder- und Jugendhilfeträgers – Stiftung Alten Eichen und der Gewoba AG. Nach einem öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerb zur Namensfindung, wurde die Sportstätte „Boxzeile Huchting“ getauft.

Die Sportstätte bietet den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und regelmäßige Bewegung. Im Vordergrund sollen neben dem Aufbau eines positiven Körpergefühls und gesundem Selbstbewusstsein, Disziplin und ein respektvoller Umgang miteinander vermittelt werden. Diese Werte sollen auch eine Orientierung für das Leben außerhalb des Boxrings geben. Das differenzierte Angebot des Trainings beinhaltet zusätzlich zum Boxen Elemente der Selbstverteidigung, des Kraft- und Fitnesstrainings und bietet so auch Interessierten, die nicht in den Ring wollen, Möglichkeiten der Partizipation.

Am Mittwoch, 05.05.2010, war die Eröffnung der „Boxzeile Huchting“. Der Trainingsbetrieb wird nach der Fertigstellung der Sportstätte im Juni 2010 starten.

Die jungen Leute aus den Boxgruppen haben bei den Umbau- und Renovierungsarbeiten kräftig mit angefasst und werden auch weiterhin in den gesamten Ablauf zur Aufrechterhaltung des Betriebs der Sportstätte involviert sein. Der Bremer Fonds unterstützt das Projekt durch die Finanzierung des Boxrings.

Beruf erleben

Das Modul „Beruf erleben“ an der Wilhelm-Olbers-Schule in Bremen-Hemelingen erstreckt sich über das zweite Halbjahr der Klasse 9 sowie das erste Halbjahr der Klasse 10. In dieser Zeit lernen die Schülerinnen und Schüler drei Betriebe/ Unternehmen/Einrichtungen kennen, zunächst durch eine Blockwoche, danach während ca. 10 bis 12 Wochen jeweils an einem festen Wochentag.

In der Schule findet parallel in dieser Zeit ein Praxistag statt, an dem es gezielt darum geht, sich mit der Berufsfindung auseinander zu setzen. Es werden Bewerbungen geschrieben (Bewerbungstraining), Rhetorikübungen durchgeführt und die Praxistage aus- und bewertet – somit erfolgt eine intensive Beschäftigung mit der beruflichen Zukunft, kombiniert mit dem Erlernen von Medien- und Methodenkompetenz. Die Schülerinnen und Schüler durchlaufen Qualitätsmodule, welche sie in die Lage versetzen, moderne Medien sachgerecht zu bedienen und zu nutzen. Sie setzen sich somit über einen langen Zeitraum intensiv mit dem Thema Ausbildung, Berufswahl und dem dazu notwendigen Medieneinsatz auseinander.
Die Wilhelm-Olbers-Schule wurde bereits mit dem Siegel „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen.“ ausgezeichnet.

Faustlos

Gewaltlos miteinander umgehen! Mit FAUSTLOS lernen Kinder in der Kita Delmestraße eine konstruktive Problem- und Konfliktbewältigung. Es ist ein für Kindergärten und Schulen entwickeltes Programm, das sozial-emotionale Kompetenzen in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut vermittelt und so aggressives Verhalten von Kindern mindert.

Durch gezielte Schulungen können die ErzieherInnen der Kita besser auf die Kinder, ihre Lebensumstände und Probleme eingehen. Das Üben allgemeiner sozialer Verhaltensfertigkeiten soll zu mehr Akzeptanz und Respekt im Umgang mit verschiedenen Kulturen und Religionen führen. Als Unterstützung wird der „Faustlos-Koffer“ eingesetzt. So hilft z.B. der Einsatz von Handpuppen, dass die Kinder spielerisch die Anerkennung von Normen, Werten und Regelsystemen für das soziale Miteinander erlernen.

Auch die kommenden Kindergartengruppen profitieren von Faustlos. Die ErzieherInnen können ihr Wissen auch in den Folgejahren weitergeben und den Faustlos-Koffer dauerhaft einsetzen.

SiT - Stark in Tenever

„Sport ist kein Ziel, sondern ein Mittel“ lautet der Grundsatz der Initiative aus Tenever. Der Fitnessclub fördert die Integration in einem internationalen Stadtteil, bringt Jugendliche zusammen und unterstützt sie pädagogisch in ihrer Entwicklung. Die Gründung und der Betrieb des Kraftsportvereins gehen auf das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen und einem Sportpädagogen aus dem Stadtteil zurück.

Die circa 80 dort regelmäßig trainierenden Jugendlichen, die die Beiträge für ein Fitnessstudio nicht aufbringen könnten, werden durch den Fitnessclub „von der Straße geholt“, lernen Verantwortung zu übernehmen und andere Kulturen zu akzeptieren. Alle, die den Club besuchen, müssen sich an feste Verhaltensregeln halten: kein Alkohol, keine Schimpfwörter oder böse Blicke, Begrüßung und Abschied durch Handschlag aller Anwesenden.

Träger ist das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Bremen. In der Startphase des neuen Projektes übernimmt der Bremer Fonds für ein Jahr die Finanzierung der Miet- und Betriebskosten des Fitnessclubs.

Kids in die Clubs

Die Initiative „Kids in die Clubs“ der Bremer Sportjugend zielt darauf ab, Kindern aus einkommensschwachen Familien die Möglichkeit zu eröffnen, an Sportangeboten der Vereine teilzunehmen. Den Kindern und Jugendlichen werden dadurch altersgerechte Entwicklungs-möglichkeiten geboten, indem ihnen der Zugang zu sozialen Institutionen, die für die Persönlichkeitsentwicklung einen wichtigen Aspekt darstellen, offen steht. Die Sportvereine mit ihren Gruppen und Mannschaften bieten in ihrer Vielfalt von Rollen und Funktionen ein ideales Gebiet zur Einübung sozialer Verhaltensweisen. Zurzeit kommen rund 60 Prozent der geförderten Kinder aus Familien mit nur einem Elternteil und rund zwei Drittel haben einen Migrationshintergrund.

Für 8 € im Monat, also 96 € jährlich, kann ein Kind ein Jahr im Sportverein aktiv sein. Voraussetzung für die Förderung ist eine Bedürftigkeitsprüfung der einzelnen Teilnehmer. Diese Prüfung und die Vergabe erfolgt über die Bremer Sportjugend. Die Förderung gilt jeweils für ein Jahr, kann aber bei erneutem Antrag verlängert werden. Der Bremer Fonds stellte der Bremer Sportjugend für dieses Projekt Fördermittel zur Verfügung, mit denen 100 Kinder unterstützt werden konnten.

Kinderspielstadt Bremerhaven-Lehe

In den Bremer Herbstferien 2009 hatte die Kinderspielstadt Bremerhaven-Lehe zum zweiten Mal ihre Türen geöffnet. Vom 05. bis 15. Oktober 2009 bot sie über 150 Kindern täglich ein buntes Programm. Die Stadt wurde möglichst wirklichkeitsgetreu nachgebildet und von den teilnehmenden Kindern mit Leben gefüllt und verwaltet. Zu der Stadt gehörten unter anderem ein Rathaus, ein Arbeitsamt, eine Krankenstation sowie ein Kaufhaus, ein Beauty-Salon und eine Schneiderei. Viele Leher Kinder waren schon im Vorfeld an dem Projekt beteiligt.

Die Kinderspielstadt ist ein pädagogisch betreutes Beteiligungsprojekt. Die Beteiligung an politischen Entscheidungen in der Kinderspielstadt soll Kinder ermutigen, zukünftig Verantwortung zu übernehmen, Beteiligung einzufordern und diese wahrzunehmen. Auf spielerische Weise lernen Kinder politische und wirtschaftliche Prozesse kennen, die sonst schwer zu vermitteln sind.

Sie lernen, sich für gemeinschaftliche und eigene Ziele einzusetzen und dabei die Interessen anderer zu berücksichtigen, das Zusammenleben nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten und eigenverantwortlich Konflikte zu lösen. Gefördert werden individuelle Kompetenzen wie Selbstständigkeit und Kreativität sowie soziale Kompetenzen wie Kritik-, Konflikt- und Kompromissfähigkeit, Toleranz und Respekt.

Berge versetzen

Berge versetzen! Das wollen Kinder und Jugendliche in Gröpelingen.

Über einen Zeitraum von 10 Monaten arbeiteten über 150 Kinder und Jugendliche in einem Projekt von Kultur Vor Ort e.V. gemeinsam mit einem Team von Künstlern an einem großen Objekt, dem „Berg“.

Unter Anleitung von Künstlern und Kunstpädagogen entstand ein großes Objekt, mit dem Jugendliche ihre Fragen und ihre Sichtweisen auf Schule, Finanzkrise, Klimawandel, Globalisierung, auf die Stadt und die Gesellschaft zeigen. Der „Berg“ wuchs Stück für Stück aus den konzeptionellen Überlegungen und gestalterischen Ideen der Beteiligten. Auf diese Weise wollten die jungen Leute aus Gröpelingen zeigen, dass sie vor dem „Berg“ nicht kapitulieren, dass sie sich nicht wegducken oder aus dem Staub machen.

Am Ende haben es alle erlebt: Junge Leute aus Gröpelingen können Berge versetzen.

Als Pilotprojekt für die Errichtung einer zentralen Kultur- und Bildungseinrichtung in Gröpelingen soll dieses Projekt nachhaltige Wirkung für die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil entfalten. Der Bremer Fonds unterstützt dieses engagierte Projekt, um den Kindern und Jugendlichen einen gleichwertigen Zugang zu Kunst und Kultur zu verschaffen.

Am Freitag, 23. Oktober 2009, fand eine große Feier anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Bremer Kulturkirche St. Stephani statt. Der fertige „Berg“ ist dort bis Donnerstag, 12. November 2009, zu sehen.

DFB-Mini-Spielfelder

Für das Projekt „Minifußballfelder“ sponserte der DFB deutschlandweit 1.000 Minispielfelder, von denen acht der Bremer-Fußballverband erhalten hat und die alle an Schulen oder Sozialeinrichtungen in sozialen Brennpunkten Bremens angelegt wurden. Damit sollen das Zusammenspiel deutscher und ausländischer Kinder gefördert und Betätigungsmöglichkeiten für Kinder auf der Straße geboten werden.

Die Gründungskosten für ein solches Feld müssten von den Verbänden bzw. den Schulen oder sozialen Einrichtungen getragen werden. Der Bremer Fonds hat dieses Projekt durch die Übernahme der Erschließungskosten für ein Feld in der Bremer Neustadt (auf dem Gelände des Lidice-Hauses am Buntentorsteinweg) ermöglicht.

In Verbindung mit dem Aktionstag des DFB „Mitspielen kickt“ fand am Montag, 04. Mai 2009, die offizielle Einweihung des Mini-Spielfeldes statt.

Move 4 cash

In Kooperation mit der Bremer Bootsbau Vegesack gGmbH wurde vom 01. Mai 2008 bis 31. Januar 2009 ein Bootsbauprojekt mit gut 20 Jugendlichen aus verschiedenen einkommensschwachen Stadtteilen Bremens durchgeführt. Mit dieser "InJob-Maßnahme" erwarben die Jugendlichen, die zumeist jede Hoffnung auf einen Ausbildungsplatz verloren hatten, Grundkenntnisse im Bereich Bootsbau. Das Projekt verfolgte die Zielsetzung, den Jugendlichen Selbstvertrauen in die eigenen Potenziale sowie handwerkliche Fähigkeiten und Schlüsselqualifikationen als Grundvoraussetzungen für eine Berufsausbildung zu vermitteln.

Das Ziel des Projektes, das Selbstwertgefühl, die Eigenverantwortung sowie die handwerklichen Fähigkeiten der Teilnehmer zu stärken, konnte bei einem Großteil der Gruppe erreicht werden. Das den Teilnehmern von den Anleitern und Integrationskräften entgegengebrachte Vertrauen und die damit entstandene beidseitige Wertschätzung sowie das Erfahren von verlässlicher Beziehung hat zu gesteigerter Konfliktfähigkeit und erhöhter sozialer Kompetenz geführt. Dies zeigte sich zum Beispiel in der neu erlernten Fähigkeit der Jugendlichen, nach Phasen des „Scheiterns“ (Rückfälle, Abwesenheit) wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren und ihr Verhalten sowohl mit den Anleitern und Integrationskräften als auch mit den anderen Teilnehmern zu reflektieren.

Im handwerklichen Bereich waren die Erfolge in Form zweier fertig gestellter Ruderkähne offensichtlich. Auch der Bau des technisch anspruchsvolleren „16 feet double-ended pulling boat“ weist auf die Entwicklung der technischen Fertigkeiten der Jugendlichen hin. Anlässlich der Eröffnungsfeier des „Schaufenster Bootsbau“ in Bremen-Vegesack am 27. April 2009 wurde eines der Ruderboote für 2.500 € versteigert. Auch das zweite Ruderboot fand für diese Summe einen Käufer. Der Erlös ging dem Bremer Fonds zu und floss damit direkt in die Förderung weiterer Projekte.

Alle Kinder wollen schwimmen

Das Programm „Alle Kinder wollen schwimmen“, das der Bremer Fonds finanziell unterstützt hat, bietet Schwimmkurse für Kinder und jüngere Jugendliche, die trotz der Möglichkeit einer Teilnahme am Schwimmunterricht in der dritten Klasse keine oder keine ausreichenden Schwimmkenntnisse erwerben konnten. Hintergrund der Maßnahme ist die hohe Nichtschwimmerquote bei Kindern aus einkommensschwachen Stadtteilen und der daraus resultierende Ausschluss dieser Kinder aus einem bedeutenden Bereich der Freizeitgestaltung mit Freunden.

An der Tami-Oelfken-Schule in Bremen-Lüssum wurden die ersten Schwimmkurse angeboten und mit sehr gutem Erfolg durchgeführt. Weitere Grundschulen aus dem Stadtteil Bremen-Huchting, darunter die Schulen Robinsbalje und Delfter Strasse, folgten. In diesen Kursen haben es viele Kinder geschafft, Schwimmabzeichen (u.a. sogar „Silber“) zu erlangen.

Hausaufgabenhilfe

Im Jugendzentrum Blockdiek wird mit Hilfe der Unterstützung des Bremer Fonds seit September 2008 zweimal wöchentlich für insgesamt 7,5 Stunden eine Hausaufgabenhilfe und Schulförderung für Kinder und Jugendliche, die Lern- und Leistungsdefizite aufweisen, angeboten. Die Teilnehmer werden durch einen Betreuer bei der Erledigung der Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Klassenarbeiten unterstützt. Einige Schüler nutzen dabei lediglich die Möglichkeit, die Aufgaben an einem ruhigen Ort zu erledigen. An der Maßnahme nehmen circa 55 Jugendliche teil, die so den Anschluss an ihre Klasse finden und ihre Noten entsprechend verbessern konnten. Einige der Schüler entwickelten den Ehrgeiz, schulisch voran zu kommen und „es den Lehrern zu zeigen“. Das Ziel, sowohl die schriftlichen Noten als auch die mündliche Mitarbeit deutlich zu steigern, konnte bisher bei mehr als zwei Dritteln der Jugendlichen erreicht werden. Mit einigen Teilnehmern wurden außerdem Methoden der Stressbewältigung erarbeitet und viele der Jugendlichen, bei denen sich außerschulische Probleme negativ auf den schulischen Erfolg auswirken, haben eine individuelle Unterstützung erhalten.

Anti-Aggressionstraining für Kinder

Konflikte gewaltfrei zu lösen, aufeinander zuzugehen und miteinander zu reden. Das ist Ziel des Projektes „Anti-Aggressionstraining für Kinder“: Es startet an der Gerhard-Rohlfs-Schule im September dieses Jahres. Teilnehmer sind Schülerinnen und Schüler, die durch ihre mangelnde Konfliktfähigkeit immer wieder auffallen. Die Schule möchte mit diesem Projekt das Thema Gewalt konstruktiv angehen, die Kinder sollen aufgefangen und nicht ausgegrenzt werden, Mitschülerinnen und Mitschüler sollen geschützt werden.

Das Projekt läuft über drei Monate. Den Kindern soll bewusst gemacht werden, welche Möglichkeiten sie haben, um mit unangenehmen Gefühlen wie Ohnmacht und Wut umzugehen. Die teilnehmenden Kinder sollen durch das Training Verantwortungsbewusstsein für sich und andere sowie ein Gefühl für Fairness entwickeln. In Gruppen erarbeiten sie Wege der Konfliktbewältigung und wenden sie in inszenierten Konfliktsituationen an. Auf diese Weise sollen Aggressionen abgebaut werden und Dialoge entstehen.

Das Anti-Aggressionstraining wird in Zusammenarbeit mit einem Anbieter von Sicherheits- und Selbstbehauptungskursen in Bremen und der Sozialpädagogin der Schule durchgeführt. Die Pädagogin wird während und nach dem Projekt Gespräche mit Eltern und Klassenlehrern führen, um die Entwicklung der Kinder im Rahmen des Trainings transparent zu machen. Außerdem soll erfahrbar gemacht werden, inwieweit eine Veränderung des Verhaltens der Kinder in der Schule und zu Hause deutlich wird. Geplant ist, das Projekt in den folgenden Schuljahren durch die Sozialpädagogin weiterzuführen.

Kindermusical „Tuishi pamoja“

„Tuishi pamoja“ ist Swahili und bedeutet „Wir wollen zusammen leben“. Das Musical thematisiert das Anderssein in unserer Gesellschaft und erzählt, wie man voneinander lernen und aufeinander zugehen kann. Es spielt in der afrikanischen Savanne und handelt von einem kleinen Zebra und einem Giraffenkind, die trotz aller Vorurteile und gegen die Gewohnheiten ihrer Herden Freunde werden.

„Tuishi pamoja“ wird seit März mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule am Pfälzer Weg und Kindern aus dem St. Petri Hort Tenever einstudiert, um anschließend ab Ende Mai aufgeführt zu werden. Schule und Hort liegen in Osterholz Tenever. Die Kinder haben viele verschiedene kulturelle Hintergründe und so ist es gerade in ihrem Umfeld wichtig, Verschiedenheit zu akzeptieren und zu lernen mit ihr umzugehen.

Die gut 40 Akteure zwischen sieben und elf Jahren erleben die Verbindung von Musik, Tanz und Theater innerhalb der Musicalarbeit und erfahren eine hohe Wertschätzung für ihren Einsatz. Darüber hinaus eignen sie sich übergreifende Kompetenzen an. Gefühl, Verstand und Motorik werden miteinander verbunden und die sprachlichen Fähigkeiten geschult.

„Bewerbungstraining zur individuellen Förderung sozial benachteiligter Jugendlicher”

Der Jugendtreff Blockdiek bietet durch das Projekt „Bewerbungstraining“ jungen Menschen zwischen 14 und 25 Jahren ein umfangreiches Bewerbungstraining, um ihnen die Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatzsuche zu erleichtern. Die Jugendlichen aus dem Jugendtreff nehmen das Angebot sehr gut an. Ein hoher Anteil stammt aus Zuwandererfamilien. Die Jugendlichen und ihre Eltern leiden häufig unter Sprachproblemen und haben kaum finanzielle Ressourcen, um Defiziten durch außerschulische Bildungsmaßnahmen entgegen wirken zu können.

Eine Voraussetzung für die berufliche Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist eine formal korrekte und inhaltlich aussagekräftige Bewerbung. Zweimal wöchentlich vermittelt eine erfahrene Pädagogin deshalb den Jugendlichen aktuelle Kenntnisse zum Bewerbungsverfahren (Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsmappe etc.) und bietet den Teilnehmenden konkrete Hilfe bei der Gestaltung ihrer individuellen Bewerbungsunterlagen. Mit jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer werden darüber hinaus in Einzelberatungen persönliche Stärken und Schwächen und berufliche Präferenzen reflektiert.

Einzelne Themen des Bewerbungstrainings sind: Berufsfelder - Recherchen, Einstellungstest, Probezeit, organisatorische sowie soziale und kommunikative Anforderungen in Ausbildungsverhältnissen. Das Training ist zeitlich so organisiert, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein gesamtes Modul mit den genannten Themen durchläuft. Durch Bewerbungsgespräche in Form von Rollenspielen und Besuche in Betrieben sollen den Jugendlichen Ängste genommen und Einblicke in den Berufsalltag gewährt werden.

Der Bremer Fonds übernimmt die gesamte finanzielle Unterstützung des Projekts bis Projektende im Dezember 2010.

Wozu Fotografie?

Das Kunstprojekt „Wozu Fotografie?“ bietet Kindern aus Walle, Gröpelingen, Hemelingen die Möglichkeit, im Bereich Fotografie kreativ zu werden. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen sollen über das Medium Fotografie ihre Talente entdecken. Unter Anleitung eines erfahrenen Fotografen lernen sie die Vielseitigkeit der Fotografie. Anhand von Beispielen wird gemeinsam mit den schöpferischen Möglichkeiten der Fotografie gespielt. Unter der Devise „Fotografie ohne Grenze" wird mit oder ohne Kamera, mit Schwarzweiss- und Farbfotografie, „dokumentiert" oder experimentiert.

Das Projekt ist am 22. März gestartet und schließt am 24. April 2010 ab. Die kleinen Künstler arbeiten teils in der freien Natur und teils in der Westend Kulturwerkstatt, dort steht ihnen auch eine Dunkelkammer für die Bildentwicklung zur Verfügung.

Schulverweigerung – Die 2. Chance

Das Problem der Schulverweigerung lässt sich quantitativ nur schwer zuverlässig einordnen. Die Entwicklung einer Schulverweigerung hat vielfältige Gründe, der fehlende Abschluss am Ende der Schulzeit in der Regel schwerwiegende und nachhaltig negative Folgen. Junge Menschen ohne Schulabschluss sind gerade in der heutigen Zeit mit einem erhöhten Risiko der Jugendarbeitslosigkeit konfrontiert.

Das Projekt richtet sich an Jugendliche, die im Unterricht abschalten, Schwierigkeiten haben sich zu konzentrieren und zu organisieren, sich an Anordnungen zu halten oder den Schulgang total verweigern. Unter Einbeziehung der Eltern findet für die betroffenen Schüler in Absprache mit den Lehrkräften und mit Unterstützung von Familientherapeuten ein ergänzender Unterricht in Familienklassen statt. Die Eltern werden ganz bewusst mit einbezogen, um sie in ihrer Erziehungsverantwortung zu stärken und sie für die Probleme ihrer Kinder zu sensibilisieren. Auch sollen auf diese Weise soziale und familiäre Probleme, die der Schulverweigerung zu Grunde liegen, aufgearbeitet werden.

Das Projekt strebt eine nachhaltige Senkung des Anteils Jugendlicher ohne Schulabschluss an und konnte bisher nach eigenen Angaben sehr gute und nachweisbare Erfolge verzeichnen. Der Bremer Fonds beteiligt sich an der Finanzierung von „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ für das Jahr 2010. Koordiniert wird das Projekt in Bremen von der WaBeQ gGmbH.

Ziel des Projektes „Die 2. Chance“ ist die Re-Integration der schulvermeidenden Schülerinnen und Schüler in das Regelschulsystem, der regelmäßige Besuch der Schule und das Erlangen eines Schulabschlusses.

Präventives Gruppenprojekt für Kinder aus (sucht-) belasteten Familien

Rund 15 bis 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland wachsen in Familien auf, in denen die Eltern süchtig nach Alkohol oder anderen Drogen sind. Viele dieser Kinder werden vom bestehenden Hilfesystem nicht erreicht, obwohl sie die familiäre Situation sehr belastet. Ca. 30 % der Kinder entwickeln später eine eigene Suchterkrankung.

In Bremen-Nord gibt es seit vier Jahren ein präventives Gruppenprojekt für Kinder aus Suchtfamilien. Die Gruppe arbeitet mit der Methode der Marionettentheaterarbeit, weil diese ganz besonders geeignet ist, um neue Verhaltenweisen spielerisch auszuprobieren und einzuüben. Die Marionetten sind ein Schutz. Die Kinder müssen nicht körperlich auf einer Bühne agieren und sich vom Publikum anstarren lassen, sondern erleben sich als unsichtbare Lenker ihrer Puppen. Die Kinder geben den Puppen ihre Stimme. Das verlangt von ihnen Mut und Konzentration. Die Sprach- und Sprechförderung ist hier ein wichtiger Bestandteil der Projektarbeit. Zudem wird soziales Verhalten in der Gruppe trainiert und die Kinder haben die Möglichkeit, Probleme in der Familie zu thematisieren.

Jeweils ein knappes Schuljahr wird wöchentlich mit sechs Kindern im Alter von 9-12 Jahren zusammen gearbeitet. Der Bremer Fonds fördert das Projekt seit Ende der Herbstferien bis Juli 2010. Zum Schuljahresende sind alle Kinder zu einem Team mit großem Vorhaben verschmolzen: der Aufführung vor Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrkräften und Eltern!

Mentorprogramm Kompass

„Kompass“ heißt das Projekt, das durch den Elternverein zur Bildungsförderung Bremen e.V. ins Leben gerufen wurde. Kinder und Jugendliche, denen in den eigenen Familien wenig Bildungsanreize geboten werden, sollen vom Erfahrungsschatz eines Mentors profitieren.

Dieser Mentor entstammt selbst einer einkommensschwachen Familie oder einer Familie mit Migrationshintergrund und war erfolgreich in seiner Schul- bzw. Berufsausbildung. Er fungiert somit als Beispiel für Integration und Erfolg und schafft Motivation und Identifikation. Die Hauptaufgabe der Mentoren besteht darin, die Eltern für das Schulsystem und die Ausbildung der Kinder zu sensibilisieren und zwischen Schülern, Eltern und Lehrern zu vermitteln. Die Initiative hat sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu einer festen Institution im Stadtteil Bremen-Marßel entwickelt. Dies hat zur Folge, dass zusätzlich zu der ehrenamtlichen Arbeit der Initiatoren weitere Mentoren sowie Räumlichkeiten für den begleitenden Nachhilfeunterricht erforderlich geworden sind. Die Kosten hierfür werden für ein Jahr vom Bremer Fonds übernommen.